Skagen Klitplantage (Dünenplanzung)

19-12-2008

Wanderungen Nr. 35T (Nordjütland)


Revidiert: 1984

Wanderungen in den Staatlichen Wäldern
Die Dünenpflanzung SKAGEN KLITPLANTAGE (1.430 ha, 1888 angepflanzt) ist wegen ihrer Lage zwischen zwei Meeren und dem sehr abwechslungsreichen Gelände ein würdiger Vertreter der vielen staatlichen Waldbewachsungen, die sich bis zu den Dünen hinziehen, und die seit Mitte des 19. Jahrhunderts an der Nord- und Westküste Jülands als Schutzwall gegen den Westenwind und das Sandtreiben angelegt wurden. Einige der Pflanzungen sind älter und forstwirtschaftlich wertvoller, aber nur wenige sind wohl so bezaubernd wie diese.

Der »Pionierbaum«, die robuste und genügsame Bergkiefer, ist immer noch kennzeichnend für das Waldbild. Besonders hübsch ist sie, wenn man sie von der Spitze der grossen Dünenhügel aus betrachtet, wo sie trotz ihres hohen Alters (fast 100 Jahre) und ihres niedrigen Wuchses immer noch wie ein frischgrüner Teppich aussieht. Auf flacherem Boden erreicht die Kiefer grössere Höhen, sie lebt aber nicht so lange und wurde hier in den letzten Jahrzehnten versuchsweise durch andere und produktivere Baumarten wie Waldkiefer, Kontortenkiefer und an einigen Stellen durch die einstämmige, französische Bergkiefer ersetzt, aber vor allem durch die nordwestamerikanische Sitkafichte mit den steifen, stechenden Nadeln.

Karte 1 Karte 2 Karte 3


Die Voraussetzungen für das Wachstum sind die denkbar schlechtesten: Der Erdboden ist an Nährstoffen äusserst arm, es gibt nur geringe Niederschläge und der Wind ist unbarmherzig. Unter derartigen Verhältnissen ist die Sitkafichte die einzige forstwirtschaftlich verwendbare Baumart, die bis zu Baulholzgrösse heranwachsen kann - jedoch nur in den Gebieten in Grundwassernähe. Was die Forstwirtschaftung betrifft, so wird hier nicht nur Rüeksicht auf forstliche und wirtschaftliche Aspekte genommen. Es wird ausserordentlich viel Wert darauf gelegt, ein abwechslungsreiches und ansprechendes Waldbild mit vielen frelen Ausblicken zu schaffen. Laubbäume wie Eiche, Birke u.a. werden auch in zunehmendem Masse angepflanzt, und zwar zur Anreicherung der Farbenskala, die jetzt von dem dunklen NadelhöIzern beherrscht wird.


Die alte Waldbewachsung Skagens, Skagen Gl. Plantage, die im Laufe der Jahre völlig von der Stadt eingeschlossen ist, wurde um das Jahr 1820 vom Stadtvogt, Kanzieirat Ole Chr. Lund, angepflanzt, was sich als einer der ersten gelungenen Versuche mit Baumbepflanzung in jütländischen Dünengebieten erwiesen hat. Ungefähr 100 Jahre später wurde die Pflanzung unter Naturschutz gestellt, und trotz der schlechten »Behandlung« in den letzten Jahren, wie z. B. durch das Toben der Orkane, ausbleibende Niederschläge und den sinkenden Grundwasserspiegel - letzteres aufgrund der städtischen Kanalisation - ist sie weiterhin ein attraktiver Ort mit vielen schönen Waldstücken. Ümgeben von einern 100 Jahre alten Buchenwäldchen liegt ganz im Süden der Pflanzung der alte Hof des Stadtvogts, jetzt Wohnsitz des Oberförsters für den Kreis Nordjütland. Das Hauptgebäude, wurde 1831 errichtet, während ein freiliegender Seitenflügel etwas älterer Herkunft ist. In diesern romantischen Gebäude, das jetzt unter Denkmalschutz steht, fand der Maler P. S. Krøyer seinen ständigen Sitz in Skagen. Nach seinem Tode wurde das Gebäude viele Jahre hindurch als Museum verwendet, aber Krøyers Hus ist jetzt nicht mehr für die Offentlichkeit zugänglich.

Die Düne Sandmilen im südöstlichen Teil der Pflanzung ist nach Räbjerg Mile die zweitgrösste »lebendige,, Wanderdüne Dänemarks. Auf einer Strecke von einem Kilometer weht sie geradeswegs in den Kattegat und bietet in jeder Hinsicht einen umwerfenden Anblick. Die Wanderdüne ist nicht Ziel eines markierten Wanderweges, sie kann aber vom Parkplatz aus, der am Ende des Waldweges Sandmilevej liegt, besucht werden. Sandmilevej verläuft 4 km südlich der Stadt von der Hauptverkehrsstrasse über die Bahn zum Meer hin. Fast noch besser zu erreichen ist die Düne vom Strand aus in Verbindung mit einigen der markierten Wanderwege.

Markierte Wanderwege beginnen bei den Parkplätzen in der Dünenpflanzung, sie haben in der Karte die Nummern 1 bis,4. Im Gelände sind die Wanderwege mit farbigen Pfeilen (Metalldreiecken) auf niedrigen Pfählen markiert.

P1
Die gelbe Route vom Parkplatz P1 (3,0 km). Die Wanderung beginnt von einer 1971 angelegten Strasse und beim Parkplatz südlich von Gl. Skagen. Hier erlebt man die Dünen von Skagen in all ihrer Pracht -nur notdüftig durch Pflanzen befestigt und stellenweise mit grossen offenen Windbrüchen. Die Küste ist in ständigem Zerfall, was man an den schroffenen, nackten Dünenseiten am Meer erkennen kann. Einige Meter weiter oben in den Dünen sind an vielen Stellen Torfschichten erkennbar. Der Torf wurde in den Zelten, als das Heizmaterial knapp war, für Brennzwecke verwendet. Das Sandtreiben setzte besonders im 16. Jahrhundert ein und verursachte in den darauffolgenden Jahrhunderten in diesem Teil des Landes Überwehungen des kargen Bodens. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts bekam man die Dünen soweit unter Kontrolle, dass ohne die Gefahr der Versandung eine Landstrasse und eine Eisenbahnstrecke bis nach Skagen gebaut werden konnten. Skagen lag früher sehr von der Umwelt abgeschnitten. Nach einer Strecke von etwa 1 Kilometer am Strand entlang geht die Wanderung über die Düne in den vom Wind verwehten Westrand des Waldes und danach zurück zum Parkplatz. Wanderer mit grösserer Ausdauer können nach Belieben noch 1-11/2 km in Richtung Süden am Strand fortsetzen und auf dem Kiesweg, der in den Dünen verläuft, zurückkehren. Folgt man dem Weg nach Nordosten, wind man erneut auf die Markierung des Wanderweges stossen, der zurn Ausgangspunkt zurück führt.

P2
AM Parkplatz P2, der bei der versandeten Kirche liegt (angezeigt durch Schilder an der Hauptstrasse und der alten Landstrasse), beginnen 3 Wanderungen:

Die rote Route (2,5 km) führt an der versandeten Laurentiuskirche vürbei. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts drohte das vormals so stattliche Kirchengebäude immer mehr von den unbarmherzig vordringenden Sandmassen verschlungen zu werden. Im Jahre 1795 musste man es aufgeben, die Kirche für kirchliche Handlungen zu benutzen. Das Kirchenschiff wurde später teilweise abgerissen, während der Turm, der jetzt unter Denkmalschutz steht, als Kennzeichen für die Seefahrt bewahrt wird. Von den Dünen südlich des Turms haben Sie eine wunderschöne Aussicht auf die Waldbewachsung und die alte Königsvilla Klitgården, mit der Stadt im Hintergrund. Die Wanderung geht weiter durch typische Bergkiefernbewachsungen über den hohen Aussichtpunkt Flagbakken, und von hier aus kann man Land und Stadt von Küste zu Küste überblicken; danach geht es auf schmalen Pfaden zum Ausgangspunkt zurück.

Die gelbe Route (2,5 km) führt westlich des Parkplatzes zu einem idyllischen Waldweg, umsäumt vön der dunkelgrünen, schnell wachsenden Kontortenkiefer, die von der nordamerikanischen Küste des Pazifischen Ozeans stammt. Am Ende des Weges kann man einen anstrengenderen, aber auch schöneren und interessanteren Wanderweg wählen, der über eine Reihe grosser Dünenhügel (Aussichtsturm) führt oder aber man kann den bequemeren Weg am Fusse der Dünen einschlagen. Nach dem Punkt, wo sich die beiden Verzweigungen der Wanderwege treffen, geht es weiter um die nunmehr teilweise freigelegte Heidelandschaft Kirkesig herum - mit einer prächtigen Aussic über die grossen Wanderdünen an der Kattegatküste. Hat man noch überflüssige Kräfte, ist es absolut die Mühe wert, die erwähnten Dünen zu besteigen, bevor man wieder auf dem Kiesweg zurückgeht.

Die grüne Route (4,0 km) beginnt in südlicher Richtung beim Parkplatz, biegt aber nach 200 m in westlicher Richtung ab, um einen Teil von Kirkesig herum, und dann weiter in südwestlicher Richtung durch Bergkieferngehölz zur Mündung des Bächleins Stokrende. Hier bietet, sich ein Ausblick auf den nordlichen Teil der Wanderdüne Sandmilen die wohl schon zu einem Abstecher verleiten könnte. Die Wegpfeile zeigen indessen 500 m nordlich den Strand entlang und danach über die Dunen zurück zum Ausgangspunkt.

P3
Die beiden nachstehenden Wanderwege beginnen bei dem grosse Parkplatz P3 an der Hauptverkehrsstrasse, 3 km südlich der Stad oder am südlichen Ende der alten Landstrasse, die beim Bahnübergang als Sackgasse endet.

Die grüne Route (1,8 km) ist eine kurze Wanderung westlich der Haupl verkehrsstrasse, die erst überquert werden muss. Von Gyvelstien, an den grossen Weiden vorbei, führt der Weg gleich durch einen der älteren Laubbaurnbestände der Pflanzung, die auf einerm früher bewirtschafteten Boden angepflanzt worden sind - zunächst hauptsächlich Erlen heute stehen dort jedoch vorwiegend andere Baumarten. Der Rückweg geht über die Düne Tingmandsklitten, wo Gruppen von sehr schönen Waldkiefern dem scharfen, saIzigen Wind trotzen, der der hartnäckigste Gegner des Waldes ist.

Die gelbe Route (4,5 km) beginnt im Osten und verläuft über den Bahnübergang, durch die Bergkiefernlandschaft in den Dünen und bis zum höchsten Punkt der Wanderung, Postmesterens Bakke, der einer der besten Aussichtspunkte des Waldes ist. Auf sandigen Wegen führt die Wanderung an einem kleinen, jetzt ausgetrockneten See entlang und weiter vorn durch niedrige LaubhöIzer zur vollendeten Idylle an der Mündung der Stokrende in den Kattegat. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Wanderdüne Sandmilen, aber die Schilder zeigen auf dem Søndre Stokrendevej den Rückweg zum Ausgangspunkt an.

Als Ausgangspunkt für Wanderungen in dem südwestlichen Teil der Pflanzung dient ein kleiner Parkplatz P4 bei Vestre Opsyn. Zu erreichen von der Abfahrt an der Hauptverkehrsstrasse bei dem RoteKreuz-Schild 5 km südlich der Stadt.

Die roten Routen (1,5-2,5 km) führen am Wohnsitz des Düenaufsehers vorbei, und nördlich des Hauses zur Düne hoch (Aussichtsturm) und weiter im Westen an der Hügelkette entlang. Der weite Ausblick, hier zum Meer, dort über die gewaltigen Naturschutzgebiete mit Dünen- und Heidelandschaft südlich der Pflanzung, ist sogar für Skagen einzigartig. Am Ende der Hügelkette kann man sich für den kurzen Rückweg entscheiden und nach Süden abbiegen, oder den etwas weiteren Weg zum Strand wählen, der an der Innenseite der Dünen und an Rødstens Klit vorbeiführt.

Die Dünenpflanzungen von Skagen bieten Ihnen übrigens zahlreiche andere Wandermöglichkeiten, die Sie mit Hilfe der Karte selbst planenkönnen.

Hulsigstien (der Hulsigpfad) (5,3 km) ist ein asphaltierter Radfahr- und Fussweg, der von Gi. Landevej (Alte Landstrasse) beim Bahnübergang ausgeht (Durchgang zum P3).

Der Pfad führt südwärts durch Skagen Dünenpflanzung Waldwege entlang (die bisweilen von Autos benutzt werden mit erwerbsmässiger Verbindung zum Wald) und weiter über weit ausgedehnte unter Naturschutz stehende Heide- und Dünenflächen nach Tranestederne und Hulsig.

Verwaltung
Die Skagen Klitplantage - (Dünenplantage) wird vom Naturstyrelsen – Vendsyssel verwaltet, tlf. 98441911.

Wanderungen in den Staatlichen Wäldern
Skagen Klitplantage -  (Dünenplantage) ist nummer 35 in die serie von Wanderungen in den Staatlichen Wäldern und sie ist  auch im Druck erhältlich.
Nur wenige in  Deutshe sprache.
Faltblätter mit Wanderungen in den Staatsforsten sind in Fremdenferkehrsbüros und Bibliotheken erhältlich.

Das Generaldirektorat für Forst und Natur, das dem dänischen Ministerium für Umwelt und Energie untersteth, verwaltet Gebiete im ganzen Land, die fast alle dänischen Naturformen umfassen. Beim betrieb der Staatsforste werden sowohl Produktions- und Freizeitzwecke als auch der Naturschutz berücksichtigt.

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Dansk Skovforening udgiver foldere med vandreture i skove, som ejes af private, kommuner og stiftelser. I private skove må du færdes på veje og stier fra kl. 6 til solnedgang. Husk, at hunde altid skal føres i snor.
Folderne med ture i private skove er udgivet med støtte fra Naturstyrelsen. Find dem på
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